Ich erkenne heute früher, wann ich eingreifen sollte

Lukas Wüst ist 46 Jahre alt und arbeitet seit dreieinhalb Jahren an einer Heilpädagogischen Tagesschule. Seinen Ausgleich zur Arbeit findet er beim Velofahren.


Über welche berufliche Vorbildung und Erfahrung haben Sie vor dem Lehrgang verfügt?
Früher habe ich als Optiker gearbeitet. Vor dreieinhalb Jahren habe ich dann eine Umschulung zum FaBe abgeschlossen. Ich suchte schon lange nach einer neuen Tätigkeit und bin durch mein Umfeld in den sozialen Bereich "gerutscht".
 
Herr Wüst, können Sie bitte kurz Ihre aktuelle Tätigkeit und Ihr Aufgabengebiet umschreiben?
Ich arbeite in einer Heilpädagogischen Tagesschule. Dazu gehört die Unterstützung der Lehrpersonen sowie Freizeitgestaltung. Zusätzlich bin ich für den Fachbereich Low Vision zuständig. Einmal im Monat arbeite ich ausserdem an einem Entlastungswochenende und betreue Kinder und Jugendliche.
 
Was hat Sie dazu bewogen, genau diesen Lehrgang zu wählen?
Mir passten die Themen wie Angehörigenarbeit, Lebensqualität, auffälliges Verhalten und agogische Prozesse. Damit werde ich oft konfrontiert. Da ich eine Ausbildung zur Low Vision-Rehabilitationsfachkraft anstrebe, benötigte ich ausserdem eine Ausbildung auf der Tertiärstufe, was sich mit der Berufsprüfung nun erledigt hat.
 
Können Sie bitte kurz beschreiben, wie Sie Gelerntes aus dem Lehrgang im Alltag umsetzen?
Gelerntes kann ich täglich umsetzen. Bei der Angehörigenarbeit kann ich nun besser auf die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern eingehen. Bei auffälligem Verhalten erkenne ich heute früher, wann ich intervenieren sollte und wie ich besser deeskaliere. Ich kann nun auch besser auf Schülerinnen und Schüler eingehen.
 
Wie sieht Ihre persönliche Perspektive nach Abschluss des Lehrgangs aus?
Im Herbst starte ich mit einer Ausbildung zum Low Vision-Spezialisten. So gibt es eine Brücke zwischen der Optik und dem sozialen Bereich. Derzeit bin ich an der Übernahme der Leitung für diesen Bereich. Auch hier wieder kann ich Gelerntes aus dem Kurs umsetzen. Vor allem Themen wie Angehörigenarbeit und Lebensqualität kommen hier zum Zug.
 
Inwiefern hat sich Ihr Aufgabengebiet verändert seit Ihrer Weiterbildung?
Die hauptsächliche Veränderung war sicher das Aufgabengebiet vor allem durch die Übernahme des Verantwortungsbereiches. Wir haben hier verschiedene Bereiche wie Kinaesthetics, Unterstützende Kommunikation usw.
 
Würden Sie den Lehrgang weiterempfehlen und wenn ja, weshalb?
Ich war Teilnehmender im ersten Pilot-Lehrgang. Auch wenn dieser noch die eine oder andere Kinderkrankheit hatte, kann ich den Lehrgang vor allem deshalb empfehlen, da er eine Vertiefung zur FaBe-Ausbildung ist und wichtige Themen behandelt. Ohne Vorbereitungslehrgang könnte ich mir eigentlich nicht vorstellen, die Berufsprüfung zu bestehen.


Das Interview wurde am 3. Februar 2020 geführt.

 

Lukas Wüst
Absolvent Lehrgang Spezialist für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung
Abschluss 2019

Daten und Anmeldung

Der nächste Lehrgang Spezialist für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung startet am 4. Mai 2020. Früh anmelden lohnt sich.

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