Häufig gestellte Fragen FAQ

Modul- und Kompaktlehrgang Arbeitsagogik

1. Fragen zum Beruf der Arbeitsagogin, des Arbeitsagogen

Kurzdefinition: Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen unterstützen Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Beispiele: Menschen mit Behinderung, psychischer Beeinträchtigung, Verunfallte, Strafffällige, Suchtmittelabhängige, Migranten oder Arbeitslose. Sie sind in der Produktion tätig und stellen mit den Menschen Produkte her oder erbringen Dienstleistungen. Sie sind verantwortlich für kleine Arbeitsgruppen von mindestens 3 Personen. Vor Lehrgangsstart muss man ein Jahr Arbeitserfahrung gesammelt haben.
Weitere Informationen: Informationsveranstaltungen

Die genaue Beschreibung finden Sie im Berufsprofil.

Dieser Eindruck stimmt. Die Arbeitsagogik ist eine noch relativ junge Berufsdisziplin, erst seit 4 Jahren gibt es das Eidgenössische Diplom Arbeitsagogin/Arbeitsagoge (HFP). Die Arbeitsagogik ist dabei, sich in der Berufslandschaft zu etablieren. Von Vorteil ist, dass die Kantone in den ‚Interkantonalen Vereinbarungen soziale Einrichtungen (IVSE)’ die Auflage definieren, dass in den Einrichtungen der Behindertenhilfe zu mindestens 50% qualifiziertes Personal nachzuweisen ist. Dies stellt für die Berufsgruppe sicher, dass auch in Zukunft Bedarf an Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen besteht.

Diese Frage beantwortet der Berufsverband. Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://vas-arbeitsagogik.ch/index.php/berufsprofil/lohnempfehlung

 

2. Fragen zum Lehrgang, zum Angebot von Agogis

Ja. Alle Lehrgänge Arbeitsagogik von Agogis wurden von der Trägerschaft Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik akkreditiert und erfüllen damit die Voraussetzung, dass die von Agogis ausgestellten Bausteinzertifikate/Kompetenznachweis-Bestätigungen zur Zulassung zur Höheren Fachprüfung Arbeitsagogik anerkannt sind.
Die Lehrgänge Arbeitsagogik von Agogis werden in Kooperation mit dem massgebenden Branchenverband im Behindertenbereich INSOS durchgeführt. Die beiden Verbände Agogis und INSOS stellen ein Branchenzertifikat für die Teilnehmenden aus, wenn die erforderlichen Bausteine mit den entsprechenden Kompetenznachweisen erfüllt sind.

Modullehrgang: Weil die Reihenfolge der Bausteine frei ist, hängt die Dauer des Lehrgangs von der individuellen Planung der einzelnen Teilnehmenden ab. Ein Baustein dauert ein Semester, der gesamte Lehrgang kann also in ca 2.5 Jahren abgeschlossen werden. Die Bausteinzertifikate sind 5 Jahre gültig, die maximale Dauer für den Lehrgangsabschluss beträgt also 5 Jahre. Es kann pro Semester nur ein Baustein besucht werden.

Der Kompaktlehrgang besteht aus fünf Bausteinen. Insgesamt dauert der Kompaktlehrgang 70 Präsenztage. Zusätzlich ist mit 50 Tagen für Selbststudium mit Transferaufgaben und für die Bearbeitung von Kompetenznachweisen zu rechnen. Der Kompaktlehrgang dauert 2 – 2,5 Jahre. Eine Unterbrechung des Lehrgangs ist nicht möglich.

 

Modullehrgang
Die Kosten belaufen sich auf CHF 3'800.- pro Baustein, für Agogis- od. INSOS-Mitglieder CHF 3'420.-. Für den gesamten Lehrgang (übergreifend über die fünf Bausteine) ist mit zusätzlichen Kosten von CHF 400-500.- für Literatur und Lernmaterialien zu rechnen.

Kompaktlehrgang
Die Lehrgänge kosten CHF 19'444.-, für Agogis- od. INSOS-Mitglieder CHF 17'500.-. Es ist mit zusätzlichen Kosten von CHF 400-500.- für Literatur und Lernmaterialien zu rechnen.

Für das Branchenzertifikat gibt es keine Abschlussprüfung. Zur Überprüfung des Lernerfolgs gibt es unterschiedliche Formen von Kompetenznachweisen. Im Lehrgang werden alle Kompetenznachweise für den Abschluss vorgegeben, sodass alle verschiedenen Formen einmal erarbeitet wurden.

Jeder der 5 Bausteine dauert ein Semester und umfasst 12 Tage bzw. insgesamt sechs 2-Tages-Blöcke. Vor jedem Block werden Vorbereitungsaufgaben erteilt, in den Blöcken geht es dann primär um die praktische Umsetzung.

Gestartet wird mit Baustein 1. Die Bausteine 2-4 können individuell geplant werden, Baustein 5 muss am Schluss absolviert werden. Wir empfehlen die Absolvierung in aufsteigender Reihenfolge. Das Niveau und die Inhalte der Bausteine bauen aufeinander auf.

 

3. Zulassung und Aufnahme in den Lehrgang

1.) Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis einer drei- oder vierjährigen Lehre oder allgemeinbildender Abschluss auf Sekundarstufe II plus ein Jahr Berufserfahrung, bzw. Abschluss auf Tertiärstufe und zusätzlicher Nachweis von 3 Jahren Berufspraxis
2)  ein Jahr Berufserfahrung als Arbeitsagogin/Arbeitsagoge gemäss Berufsprofil
3.) arbeitsagogische Tätigkeit mit mindestens 60 Stellenprozent
4.) Arbeit mit mindestens 3 Personen
5.) Anstellungsbestätigung des Arbeitgebers

Die detaillierten Anforderungen finden Sie im Aufnahmegesuch auf unserer Webseite.

- Anmeldeformular Arbeitsagogik kompakt
- Anmeldeformular Arbeitsagogik modular

Eine Aufnahme ohne EFZ ist möglich (Sur-Dossier-Gesuch). Die Antragsstellerin/der Antragssteller muss zuerst eine Zulassungsvorabklärung bei der Trägerschaft für die Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik durchlaufen. Falls der Bescheid negativ ausfällt, kann bei der Leitung Arbeitsagogik der Agogis ein Gesuch um Aufnahme zum Lehrgang gestellt werden, es kann nur das Branchenzertifikat der Agogis erreicht werden.

Falls Sie beabsichtigen, zum Abschluss des Lehrgangs eine Höhere Fachprüfung abzulegen, machen wir Sie darauf aufmerksam, dass für den Entscheid, ob die ausländischen Diplome anerkannt werden, die Qualitätssicherungs-Kommission Arbeitsagogik, arbeitsagogik-hfp.ch, zuständig ist. Sie müssten gegebenenfalls dort ein Gesuch um Zulassungs-Vorabklärung einreichen. Die Zulassung zu unserem Lehrgang stellt kein Präjudiz in Bezug auf den Entscheid der QS-Kommisssion dar.

Nein, das ist nicht möglich. Bis zum Lehrgangsstart muss ein Jahr Berufserfahrung im arbeitsagogischen Feld vorliegen. Eine 100%-Anstellung verkürzt die Aufnahmefrist nicht. Sollte jemand weniger als 60 Stellenprozent haben, verlängert sich die geforderte Dauer der Berufserfahrung dementsprechend. Mit 50 Stellenprozent braucht es 1.5 Jahre, mit 40 Stellenprozent 2 Jahre. Arbeitsverhältnisse unter 40 Stellenprozent werden nicht angerechnet.

Falls Sie die Vorleistungen nicht im agogischen Berufsfeld erbracht haben, können wir Ihnen diese nicht an unsere Ausbildung anrechnen.

Diplomabschlüsse können bei der Trägerschaft der Höheren Fachprüfung in einer Gleichwertigkeitsanerkennung beantragt werden. Liegt diese Gleichwertigkeitsanerkennung vor, wird dies auch von Agogis für das Branchenzertifikat Arbeitsagogik als entsprechender Baustein anerkannt.

Wir empfehlen Niveau C1 des europäischen Referenzrahmens. www.europaeischer-referenzrahmen.de

Nein. Hintergrund ist, dass uns die neue Prüfungsordnung Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik zu einem Umbau des bisherigen Angebotes zwang und wir bei der Gelegenheit die Inhalte des Einstiegskurses auf die verschiedenen Bausteine verteilt haben. Die Inhalte werden neu noch stärker mit dem arbeitsagogischen Kontext verknüpft und können deshalb nicht angerechnet werden.

Diese Lehrgänge werden aufgelöst. Hintergrund ist die Änderung der Prüfungsordnung zur Höheren Fachprüfung. Agogis hat daraufhin ein neues Modulkonzept erstellt mit 5 Bausteinen. Das bisherige Modell mit 9 Modulen können nur Personen buchen, die vor dem 1.8.2013 zum Lehrgang zugelassen wurden.

Die wichtigsten Informationen dazu können Sie der Wegleitung 2016 unter Punkt 4.2.2 auf der Website des Schweizerischen Trägerverein zur HFP entnehmen.

Falls Sie unsicher sind, ob Sie die Bedingungen für den Nachweis der Berufspraxis für die Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik erfüllen, oder es knapp ist, so können sie eine Zulassungsvorabklärung beim Schweizerischen Trägerverein für die Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik machen. Diese ist kostenpflichtig.

 

4. Buchung der Bausteine im Modullehrgang

Bevor die Bausteine einzeln gebucht werden können, ist ein Aufnahmegesuch einzureichen mit der Anmeldung auf ein Baustein 1. Mit der Aufnahmebestätigung wird das Vorgehen für weitere Buchungen erklärt, falls die Zulassungsbedingungen erfüllt sind, gleichzeitig erhalten Sie eine Bestätigung für die Zuteilung auf die Obligatorische Einführung.

Ja, Umbuchungen können bis 30 Tage vor Kursbeginn ohne Kostenfolge vorgenommen werden, danach gilt die Regelung der Geschäftsbedingungen.

Nein, pro Semester kann nur ein Baustein besucht werden.

 

5. Während des Besuchs der Ausbildung

Wir haben keine Angaben über die durchschnittliche Anzahl an Stellenprozent unserer Kunden. Es ist jedoch anzumerken, dass neben der reinen Kurszeit noch Selbstlernzeit eingerechnet werden muss und auch genügend Zeit für die Erarbeitung der Kompetenznachweise. Der Modullehrgang (Kompaktlehrgang in Klammer) dauert insgesamt 62 (70) Tage, für das selbstgesteuerte Lernen sind 13 (13) und für die begleitete Selbstlernzeit (Kompetenznachweise) sind 45 (37) Tage einzurechnen. Erfahrungsgemäss wird der Lehrgang als anspruchsvoll und zeitintensiv angesehen, wenn man parallel dazu noch 100 Stellenprozent arbeitet.

Das Mindestpensum für die Teilnahme am Lehrgang liegt bei 40 Stellenprozent. Bitte beachten Sie, dass sich bei 40 Stellenprozent die Zulassung zur Höheren Fachprüfung nach hinten verschiebt. Details siehe HFP-Arbeitsagogik: Prüfungsordnung

Es müssen mindestens drei Personen sein, die in der Gruppe arbeiten.

Nein, es besteht keine gesetzliche Regelung. Für die Funktion einer Praxisbegleitung empfehlen wir eine formale Qualifikation als Praxisausbilderin / Praxisausbilder, diese ist jedoch nicht obligatorisch. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Nein. Im Rahmen des Lehrgangs werden verschiedene Kompetenznachweise erarbeitet, die einen Transfer zur Praxis herstellen. Es ist uns deshalb ein Anliegen, dass die Teilnehmenden des Lehrgangs eine Ansprechperson aus der Praxis haben, damit die Praxisvorhaben besprochen und vereinbart werden können. Der zeitliche Aufwand hält sich in der Regel im Rahmen, oft braucht es lediglich 2-3 Stunden pro Monat für ein gemeinsames Gespräch. Insofern hat die Praxis eine aktive Rolle zu spielen.

Ja, aber nur in begründeten Fällen und nach Absprache mit Agogis.

Die Planung dieser Termine liegt in Ihrer Verantwortung.
Sie erarbeiten Ihre Grundlagenkenntnisse im Selbststudium. Auf der Plattform Moodle finden sie Grundlagenlektüre, Artikel, Podcasts, Videos, Online-Lernsequenzen etc. Mit einem Online-Test überprüfen Sie, ob Sie über die im Präsenzunterricht notwendigen Kenntnisse verfügen.

Im Baukastensystem der Schweizerischen Bausteinzentrale wird „Lernzeit“ wie folgt definiert: „Lernzeit umfasst eine angenommene Zeiteinheit in Stunden, die zum Erwerb einer bestimmten Kompetenz notwendig ist. Dabei ist es unerheblich, in welcher Form diese Kompetenz erworben wird.“ Lernen umfasst immer mehr als die reine Unterrichtszeit. Zum Lernen gehört auch das individuelle Verarbeiten des Gelernten, das Lesen von Lernunterlagen und Zusatzliteratur, Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Kurs oder am Arbeitsplatz. Lernzeit ist also die Zeit, die insgesamt für den Erwerb einer Kompetenz aufgewendet werden muss. Natürlich lässt sich diese Zeit nicht exakt angeben. Vielmehr geht es darum, den gesamten Zeitaufwand vernünftig zu schätzen.

Damit Sie das Erlernte in der Praxis umsetzen können ist eine Anstellung unabdingbar. Im Falle eines Stellenverlusts können Sie maximal ein Baustein ohne Anstellung besuchen, bzw. bei gleichzeitigem Start noch teilnehmen, oder maximal 6 Monate im Kompaktlehrgang verbleiben.
Es liegt an Ihnen eine Umsetzungsmöglichkeit der Transferaufgaben mit Klienten in der Praxis zu finden um die Kompetenznachweise zu erarbeiten. Können Sie dies nicht erreichen, wird das Studium ab- bzw. unterbrochen.

Es muss 90% der geforderten Anwesenheitszeit erbracht worden sein.